Oprah, GEIST und Stille

Lotusvon Tanis Helliwell

Während ich diese Worte schreibe, hat sich mein Heim in Nebel gehüllt. Ich lebe am Ozean, und seit einer Woche hat sich der Nebel Tag und Nacht hier ausgebreitet, ohne das Versprechen, dass er sich bald lichten wird. Nebel ist ein wunderbarer Kokon, der mich davor schützt, etwas zu tun. Wenn wir besseres Wetter hätten, wäre ich versucht, mich in die Herbst-Aufräumarbeiten zu stürzen. Das Laub muss gerecht, die toten Blumen müssen kompostiert und der Knoblauch gepflanzt werden. Was für eine Erleichterung, nichts von alledem zu tun, denn letzten Endes besteht keine Eile und es gibt auch keine Frist außer der, die ich mir selbst auferlege.

Lektionen aus dem Nebel
Aus Unterhaltungen mit anderen weiß ich, dass GESCHÄFTIGKEIT in unserer Welt eine weit verbreitete Krankheit ist. Viele von uns sind sogar süchtig nach Geschäftigkeit und füllen jeden wachen Augenblick durch Tun aus. Wenn dies unser Problem ist, dann haben wir Angst, uns selbst zu erkennen und davor, was der GEIST mit uns vorhat.

Eine gute Freundin von mir, Ann Mortifee, führt ein geschäftiges Leben mit vielen Verantwortlichkeiten, zusätzlich zu ihrer Aufgabe als Autorin. Im letzten Monat teilte sie ihrem Mann, dem Musiker Paul Horn mit, dass sie sich einen Tag ganz für sich allein und für das Geistige nehme. Sie ging nach draußen und meditierte; und währenddessen fiel sie in einen Zustand tiefer Dankbarkeit für ihr Leben und die Segnungen des Göttlichen und verweilte eine ganze Zeitlang in diesem Zustand. Als sie wieder nach Hause kam, teilte Paul ihr mit, dass Oprah Winfrey in ihrem Oktober-Magazin aus Anns Buch In Love with the Mystery zitieren möchte. Diese Geschichte ist umso mehr wie ein Wunder, wenn man weiß, dass Oprah das Buch von Ann in dem einzigen Geschäft in den USA, das dieses Buch führt, gekauft hat und dass das Buch schon drei Jahre zuvor herausgekommen ist. Es erübrigt sich zu sagen, dass aufgrund Oprahs Einführung nun Hunderte von Menschen Anns Buch bestellen.

Die Lektion, die jeder von uns aus dieser Geschichte lernen kann, besteht darin, dass es nicht allein unser Tun ist, wodurch der GEIST unsere tiefen Herzenswünsche zu uns bringt. Natürlich müssen wir handeln und selbst den ersten Schritt machen, um unsere Träume in der Welt zu manifestieren, so wie Ann es gemacht hat, als sie das Buch schrieb. Doch der GEIST hat seinen eigenen Plan für uns und auch wir müssen unser Ego-Ziel zugunsten dessen, was die geistige Welt will, aufgeben. Manchmal fließen die beiden Ziele auf leichte Weise zusammen und das in kurzer Zeit. Manchmal erstreckt sich das Erreichen des Ziels über einen langen Zeitraum und geschieht unter vielen Schwierigkeiten. Tatsächlich war das der Weg von Ann. Und manchmal erreichen wir das Ziel, das wir uns ursprünglich gesetzt haben, gar nicht, und das Göttliche schickt uns auf einen ganz anderen Weg. Jeder der drei Pfade ist gleichermaßen gesegnet.

Meditation und Stille
Wir müssen uns täglich einen heiligen Ort schaffen, um mit dem Göttlichen zu sein und in empfänglicher Stille zu verweilen. Meditation verlangsamt die Zeit, während wir uns in den zeitlosen Augenblick der Gegenwart hineinbegeben. Sie ist eine Lebenskompetenz, um mit der Welt zurecht zu kommen. Es gibt etwas grundlegend Gutes im Sein, welches viele spirituelle Früchte trägt: Liebe, Geduld, Selbstkontrolle, Frieden und Freude. Studien zeigen auch, dass viele physische Früchte aus der Meditation kommen, wozu gehört, dass wir besser schlafen, niedrigeren Blutdruck haben und dass viele Krankheiten verhindert bzw. geheilt werden können.

Zu sehr beschäftigt zu sein, um Zeit für das Göttliche zu haben, ist ein Affront gegenüber dem Leben. Indem wir in die Stille zurückkehren, kehren wir zu unserem authentischen Sein zurück, in welchem ein jeder von uns wertvoll und geliebt vom Göttlichen ist. Wir bewegen uns hinein in ein tiefes Vertrauen in das Göttliche und erlauben, dass sich unser Leben so entfaltet, wie es sein soll. Während die Blätter sich verfärben und der Nebel uns einhüllt, ist die Zeit zur Dankbarkeit gekommen für all das, was das Göttliche uns gegeben hat. In Kanada feiern wir Erntedank im Oktober und unsere amerikanischen Freunde im November. Lasst uns alle gemeinsam auch die Zeit nehmen für ein inneres Erntedankfest.