Ruhestand?

Ruhestand ist keine Option

von Merle Dulmadge

Du arbeitest dein ganzes Leben lang schwer. Du bist damit beschäftigt, ein liebevolles Zuhause zu schaffen, deine Kinder aufzuziehen, eine gute Beziehung zu deinem Mann/deiner Frau aufzubauen und aufrechtzuerhalten, Zeit mit Freunden und Verwandten zu verbringen und all die Dinge, die du dir im Leben wünschst, zu erreichen. „Eines Tages“, sagst du, „eines Tages werde ich in den Ruhestand gehen, das Leben leicht nehmen und es genießen können.“ Ich hatte großes Glück, denn ich konnte mich langsam an meinen Ruhestand gewöhnen. Zuerst reduzierte ich meine Vollzeit- zu einer Teilzeitstelle, danach arbeitete ich nur gelegentlich und endlich, vor anderthalb Jahren, ging ich offiziell in Ruhestand. Ahh, es war so ein wunderbares Gefühl, sich einfach mal nur zu entspannen, keinen Wecker stellen und irgendwo sein zu müssen. Schließlich hatte ich mein ganzes Leben hart gearbeitet. Mein ganzes Leben lang hatte ich Verantwortung übernommen und schwer für das Erreichen dieser Zeit der Ruhe erarbeitet. Ich hatte sie mir verdient. Also ruhte ich mich aus. Ich fing an, Golf zu spielen. Ich teilte meine Zeit auf zwischen unserem Zuhause in British Columbia und unserem Winterzufluchtsort in Yuma, Arizona. Ich hatte Zeit, zu spielen und Freunde zu besuchen und ich hatte mehr als genug Zeit, um einfach nichts zu tun. Es war wunderbar, aber wenn ich ehrlich mit mir selbst bin, dann stelle ich fest, dass ich anfange, mich zu langweilen. Auch habe ich das Gefühl, dass ich nicht gerade viel für die Welt tue. Ich habe – wie ich es nenne – in einer ‘Zeit der Gnade’ gelebt, in der nicht viel von mir gefordert oder erwartet wurde. Es war nett, aber ich wusste immer, dass es nur eine Phase ist und dass diese irgendwann vorbei sein würde. Ich fühle mich erneuert und bin ausgeruht – und jetzt habe ich das drängende Gefühl, wieder zurück ins Leben springen zu wollen. Ich habe jetzt 14 Jahre lang mit Tanis gearbeitet und studiert. Für mich hat spirituelle Transformation drei Komponenten:

  • meine eigene spirituelle Entwicklung
  • Sinn und Zweck in die Arbeit, die ich mache, einzubringen
  • der Welt zu dienen und eine bewusste Mitschöpferin zu sein – anderen und einem größeren Wohl zu dienen

Spirituelle Entwicklung hört nie auf

Spirituelle Entwicklung hört nie auf, sie bewegt sich lediglich in einer Spirale aufwärts. Wenn du in Rente gehst, geht es trotzdem weiterhin darum zu dienen, und das Göttliche und deine Seele rufen dich dazu auf, deinen Beitrag zu vielen verschiedenen Dingen zu leisten. Du ziehst dich vielleicht von deiner Berufstätigkeit zurück, aber nicht vom Leben. Die Arbeit, die du machst, ändert einfach nur ihre Form. Viele Leute, die ich kenne, widmen im Ruhestand einen großen Teil ihrer Zeit einer ehrenamtlichen Tätigkeit und wollen etwas von dem, was sie bekommen haben, zurückgeben. Manche von ihnen wurden Coach und Mentor, so dass andere von ihrer Erfahrung profitieren können. Andere übernahmen Projekte oder unterstützen aktiv bestimmte wichtige Bewegungen. Es gibt so viele Möglichkeiten und Alternativen. Man muss gar nicht so weit weg suchen, um Gelegenheiten zu finden, wo man etwas beitragen kann.

Gib deinem Leben einen Sinn

In den letzten paar Wochen hat meine Seele mich aufgerufen, dankbar für die Zeit der Gnade zu sein, die mir geschenkt wurde, und jetzt verspüre ich eine Unruhe in mir, wieder aktiver zu werden. So etwas wie Ruhestand gibt es nicht, doch wir haben noch kein gutes Wort als Ersatz dafür gefunden. In diesem Stadium meines Lebens verfüge ich über Wissen und Erfahrung und Talente, die einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden wollen. Weil ich bereit dafür bin, erkenne ich überall um mich herum Synchronizitäten, ich erhalte Hinweise auf den Weg, der vor mir liegt. Ich bin aufgeregt und freue mich auf das, was als nächstes kommt. Nur an der eigenen spirituellen Entwicklung zu arbeiten, ist nicht genug. Was das Göttliche von uns will, ist, dass wir anderen dienen und aktiv dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das ist es, was Ko-Kreieren bedeutet. Deswegen sind wir hier Meinem Leben ‘einen Sinn zu geben’ , ist die wichtigste Arbeit, die ich tun kann – und das mit Freude und in Glückseligkeit. Ich vertraue darauf, dass das Universum mich unterstützen und mir den Weg zeigen wird, während ich meine Reise fortsetze. Welche Arbeit ich mache, ist nicht so wichtig wie die Tatsache, wie ich sie mache. Hier sind meine Worte der Weisheit, die ich gerne mit euch teilen möchte:

Du bist mehr als das, wozu du geworden bist.

Du verfügst über noch nicht erschlossenes Potential.

Es gibt auf dieser Reise keine kleinen Rollen. 

 


merle-dulmadgeMerle Dulmadge begann ihr Studium mit Tanis im Jahr 2000 und arbeitete bis 2011 als IIT-Büromanagerin. Merle hatte, bis sie im Februar 2012 in Ruhestand ging, eine eigene Beratungsfirma (Dulmadge and Associates Inc.), die sich vor allem auf die Entwicklung von Führungsqualitäten und Effektivität in Unternehmen spezialisiert hatte. Zur Zeit verbringt sie ihre Zeit in ihrem Zuhause auf Vancouver Island, in Lantzville, B.C., Kanada, und den Winter über hält sie sich in Yuma, Arizona, USA, auf. [email protected]