Ein Feuer entzünden

Fire in fireplacevon Tanis Helliwell

„Ich denke fortwährend an die, die wahrhaftig groß waren…

An die Namen derer, die in ihrem Leben für das Leben kämpften.

Die in ihren Herzen des Feuers Kern trugen.“ Stephen Spender

Freuden eines Holzfeuers

Jetzt sind die kälteren Tage gekommen und da ich im ländlichen Teil British Columbias lebe, heize ich mit Holz. Ein Holzfeuer ist ein Geschenk für all unsere Sinne. Es bringt Licht in die Dunkelheit, Wärme für unser Wohlbefinden, ein Knacken, das uns Gesellschaft leistet, und den Geruch von guten Zeiten, als wir am Lagerfeuer saßen, was in uns die Erinnerung an unsere uralten tierähnlichen Anfänge anklingen lässt.

Da ich in Städten aufgewachsen bin, weiß ich eine ganze Menge über Heizen mit Öl, Gas, selbst mit Elektrizität. Alles, was man tun muss, ist, diesen kleinen Regler an der Wand auf 21 Grad zu drehen und voila – schon hat man Wärme. Heizen mit Holz ist eine andere Geschichte und außerdem ein großer Lehrer in Sachen Geduld. Nicht, dass ich ganz von vorne angefangen habe. In meiner früheren Eigentumswohnung besaß ich einen eigenwilligen offenen Kamin und hatte dadurch schon die Vorteile von Feueranzündern und ofenfertigen Holzscheiten kennengelernt. Keine solchen Krücken dienen mir jetzt als Stütze. Es scheint mir, als wäre ich ins kalte Wasser gesprungen und hätte mich von einem Moment auf den anderen in die Welt des Feuermachens gestürzt.

Ich habe zwei Holzöfen in meinem gegenwärtigen Zuhause. Der größte befindet sich in der Küche, umgeben von drei soliden Backsteinmauern, und diesen anzuheizen, ist sogar für mich kinderleicht. Die zwei Griffe rausziehen, einen zum Öffnen der Zugklappe, damit Sauerstoff zugeführt wird, und den anderen, um sicherzugehen, dass das Feuer am Anfang schnell und heiß brennt. Dann lege ich etwas Papier und Anschürholz hinein, zünde es an und puff! – habe ich ein Feuer. Danach füge ich größere Holzstücke hinzu, drücke die Griffe wieder hinein und habe fünf bis acht Stunden lang ein wunderbares Feuer.

Klein ist schön

Ich weiß, dass der große Holzofen in der Küche mir mehr Wärme gibt, aber ich habe eine Anhänglichkeit an meinen kleinen Ofen im Wohnzimmer entwickelt. Er hat eine Glastüre und ich kann das Feuer beobachten und es prasseln hören. Alles wunderbar gemütlich. Doch das Feuer anzuzünden und am Brennen zu halten, erfordert Geschicklichkeit – eine Geschicklichkeit, welche zu erwerben ich ein Jahr gebraucht habe. Im vergangenen Jahr habe ich es mehrere Male erfolglos versucht und die Idee schließlich aufgegeben, während mir Mut erwuchs aus meiner Fähigkeit, den größeren Holzofen in Gang halten zu können. Ich habe sogar einen gewissen Trost erfahren, dass nämlich auch die Könige und Königinnen des Feuermachens Schwierigkeiten hatten, meinen kleinen Ofen anzumachen. Durch all diese Männer und Frauen, die mir den Umgang mit Feuer beigebracht haben, habe ich mein Wissen erweitert, und in diesem Herbst beschloss ich, unter Berücksichtigung all ihrer Lehren, es noch einmal zu versuchen…..und ich hatte Erfolg.

Dadurch, dass ich weiterhin hartnäckig daran gearbeitet habe zu lernen, wie ich meinen kleinen Ofen in Gang bringen könnte, habe ich viel mehr gelernt, als wenn ich mein Ziel leicht erreicht hätte. Er war mir ein wunderbarer Lehrer und jedes Mal, wenn es mir jetzt gelingt, ihn anzumachen, klopfe ich mir erneut auf die Schulter. Sein größtes Geschenk an mich war, dass ich geduldiger geworden bin; und ich habe aus dieser Erfahrung mehrere Dinge gelernt, die ich auf andere Bereiche meines Lebens übertragen habe. Davon möchte ich euch erzählen.

Plane voraus

Das Wichtigste, was wir brauchen, um ein Feuer sowohl zu entzünden als auch am Brennen zu halten, ist die Verwendung von trockenem Holz. Manches Holz, wie zum Beispiel Ahorn, braucht bis zu einem Jahr zum Trocknen, also ist es entscheidend, ein Jahr vorauszuplanen. Ich habe herausgefunden, dass diese Lektion auf viele Lebensaspekte zutrifft, in denen wir durch Vorausplanung eine Krise verhindern können.

Vielfältigkeit schafft bessere Entscheidungsmöglichkeiten

Nicht alle Arten von Holz brennen gleich. Fichte, zum Beispiel, brennt heißer und länger als Pappel oder Esche, aber die letzteren sind leichter anzuzünden. Das bedeutet, indem wir verschiedene Hölzer zu unterschiedlichen Zeiten verwenden, sind wir in der Lage, das Feuer sowohl leicht zu entzünden als auch lange am Brennen zu halten. Menschen zeigen viele der Merkmale, die ich bei Holz festgestellt habe. Manche sind, wie die Esche, voller Begeisterung und beginnen schnell mit etwas Neuem, aber auf lange Sicht können sie dazu neigen, ihre Begeisterung zu verlieren. Andere sind mehr wie die Fichte. Sie fangen vielleicht langsamer an, aber sie werden ihre Energie und ihre Verpflichtung länger am Brennen halten. Wir brauchen die Charakteristiken von Esche und Fichte, von Begeisterungsfähigkeit und Hartnäckigkeit, wenn wir sowohl beim Beginnen von Projekten als auch beim Durchhalten bis zu deren Abschluss Erfolg haben wollen.

Träume groß und beginne klein

Zum Feuermachen brauchen wir Holzspreißel und kleine Holzstücke. Wenn wir große Scheite auf eine flackernde Flamme legen, wird das nur zum Verlöschen der Flamme führen. Haben wir einen großen Traum – wie ein loderndes Feuer – den wir verwirklichen wollen? Vielleicht träumen wir von einem Heilzentrum oder wir möchten Premierminister werden oder finanziell unabhängig sein. Jeder große Traum muss mit einem ‚Anfachen’ beginnen, was den kleinen Schritten entspricht, die nötig sind, um ein Feuer zu entfachen. Unsere kleinen Schritte könnten sein, eine Heiltechnik zu erlernen, einer politischen Partei beizutreten oder einen Finanzberater zu konsultieren. Durch das Vollbringen dieser Schritte setzen wir unser Feuer in Gang. Erst dann können wir mehr Holz auflegen, etwa indem wir mit anderen über ein Heilzentrum sprechen, für ein politisches Amt kandidieren oder unser Geld klug investieren.

Verhindere Rauch

Früher habe ich gedacht, Rauch ist gut, weil er bedeutet, dass das Feuer brennt. Aber das stimmt nicht. Rauch erstickt das Feuer. In unserem Leben kann Rauch in der Form auftreten, dass unser Geist durch negative Gedanken verdunkelt wird oder dass wir Umgang pflegen mit negativen Leuten. Negativität wird unser Feuer der Begeisterung auslöschen, also lasst uns Abstand davon nehmen.

Sauerstoff ist entscheidend für die Gesundheit to Health

Für ein Feuer ist Sauerstoff nötig, sowohl um es anzufachen als auch um es in Gang zu halten. Wir erreichen dies durch Herausziehen der Zugklappe oder indem wir die Ofentüre ein wenig offen lassen, damit das Feuer mehr Sauerstoff erhält. Wie das Feuer brauchen auch Menschen Sauerstoff, wenn sie einen gesunden Körper haben wollen, einen Körper voller Energie, mit der sie aktiv tätig sein können. Das Gehirn zum Beispiel verbraucht mehr Sauerstoff als irgendein anderes Organ, und wenn wir uns ‚Aha-Erlebnisse’ und kreative Gedanken wünschen, sind wir gut beraten, es mit Sauerstoff zu ‚füttern’. Durch kraftvolle Bewegung oder durch Spaziergänge in der Natur können wir den Sauerstoffgehalt in unserem Körper erhöhen.

Bewahre deine Energie

Wenn das Feuer einmal brennt, wollen wir kein Holz verschwenden. Also reduziere die Sauerstoff-Zufuhr und dämpfe das Feuer, damit es länger brennt und mehr Hitze abgibt. Im Leben müssen wir ebenfalls lernen, unsere Energie zu bewahren, damit wir mit dem geringsten Aufwand das beste Ergebnis erzielen können. Wie kann uns das gelingen? Als erstes müssen wir uns vor Augen halten, dass, wenn unser Feuer einmal gut brennt, ein Momentum erzeugt wird und weniger Anstrengung zu seiner Aufrechterhaltung nötig ist. Das ist die Zeit zum Entspannen; gib dich der Freude hin und störe das Feuer nicht. Zu oft habe ich mit einem gut brennenden Feuer herumgespielt, mit dem Ergebnis, es kaputt zu machen. Ich bin dabei zu lernen, länger zu warten, bevor ich eingreife, und darauf zu vertrauen, dass das Feuer weiterbrennen wird.

Im Fall von Rückschlägen verpflichte dich von Neuem

Ich habe entdeckt, dass trotz meiner erhöhten Geschicklichkeit im Umgang mit Feuer gelegentlich ein Feuer nicht brennt oder dass es, wenn es schon gebrannt hat, wieder ausgeht. Gelegentlich, durch Auflegen von etwas mehr Papier oder Anmachholz und durch Blasen auf die glühende Kohle, bin ich in der Lage, es wieder in Gang zu bringen. Manchmal jedoch funktioniert selbst das nicht und ich muss den alten Klotz aus dem Ofen nehmen und noch einmal ganz von vorn anfangen. Ich habe bemerkt, dass ich anfänglich in einem solchen Fall meine Vergangenheit wiederbelebt habe, die Geschichte meiner misslungenen Versuche, Feuer zu entzünden; ich dachte, es sei mein Fehler. Doch inzwischen habe ich erkannt, dass manchmal das, an dessen Funktionieren wir uns gewöhnt haben, trotz größter Anstrengungen einfach nicht funktioniert. So ist das Leben. Also gebe ich nicht länger mir, dem Ofen oder dem Holz die Schuld, ich fange einfach geduldig noch mal von vorne an.

Tanis Helliwell Tanis ist die Gründerin des International Institute for Transformation (IIT), welches Programme anbietet, um Menschen dabei zu unterstützen, bewusste Schöpfer zu werden, die mit den spirituellen Gesetzmäßigkeiten arbeiten, durch welche unsere Welt regiert wird. Tanis, eine Mystikerin in der modernen Welt, bringt seit über 30 Jahren spirituelles Bewusstsein in die Mainstream-Gesellschaft. Seit ihrer Kindheit sieht und hört sie auf anderen Ebenen Elementarwesen, Engel und Meisterlehrer.

Tanis ist die Autorin von Elfensommer, Elfenreise, Nicht ganz von dieser Welt, Die Hohen Wesen von Hawaii Umarmt von der Liebe, Mit der Seele arbeiten, Erkenne deine Bestimmung und Die Hohen Wesen von Hawaii.

Informationen zu unseren Kursen und sonstigen Angeboten: www. iitransform.com