Für meine Mutter

dirty-dishesEin Tribut an meine Mutter, die einfach nie dazu gekommen ist!

von Tanis Helliwell

Meine Mutter starb vor ein paar Wochen. Ja, da gibt es diese Traurigkeit; doch im Ganzen gesehen bleibe ich mit einem Gefühl des Feierns zurück, dass Mama friedlich und schnell und ohne viel Getue gegangen ist, ganz so, wie sie auch ihr Leben gelebt hat. Alle, die Mama kannten, betrachteten sie als einen Menschen mit viel Humor, immer bereit zu einem Lachen, und als eine Frau mit Mitgefühl, die in anderen immer das Beste sah und hervorbrachte. Sie war in diesem Leben eine Dienende, die nach Wegen suchte, anderen zu helfen; und Mama sagte immer, dies sei ihre Aufgabe.

Und Mama fand viele Möglichkeiten zu dienen. Was sie besonders liebte, war der Einzelhandel und ihre erste Arbeitsstelle war im Haushaltswarengeschäft ihrer Tante Minnie. Als mein Vater Eric auftauchte, starteten sie gemeinsam ein ´Mama und Papa Haushaltswarengeschäft´. Sie waren echte Partner, liebevolle Gefährten sowohl im Leben als auch in der Arbeit. Papa kümmerte sich um die Bestellungen für die Haushaltsabteilung und Mama für die Geschenkabteilung, und jeder respektierte die Fachkenntnis des anderen.

Eine E-mail, die wir nach Mamas Ableben erhielten, stammte von einer früheren Angestellten von Mama und Papa, und sie macht deutlich, wie Mama sich um andere in der Arbeit gesorgt hat. Valerie White schreibt: „Voller Traurigkeit habe ich in der heutigen Ausgabe der Zeitung vom Ableben Ihrer Mutter gelesen. Vor ungefähr 40 Jahren, als ich eine sehr schüchterne 13-jährige war, gab mir Mrs. Helliwell meinen ersten „richtigen” Job. Sie stellte mich ein, um jeden Samstag im Haushaltswarengeschäft die Regale aufzuräumen und vom Staub zu befreien. Ich habe so schöne Erinnerungen an ihre freundliche Art, ihr warmes Lächeln und ihre positive Einstellung. Sie hat mir dabei geholfen, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aufzubauen, und dafür bin ich ihr sehr dankbar.“

Die Worte von Valerie sind ein Widerhall von all den Worten, die wir von Menschen erhielten, die Mama gekannt haben. Ich kann aufrichtig sagen, dass sie keine Feinde auf der Welt hatte, was heutzutage selten ist. Mama brachte es immer fertig, dass jeder, der ins Geschäft kam, sich wohlfühlte, und es gab nur eines, worum sie sich nicht gerne kümmerte – DIE BUCHHALTUNG.

Mein Bruder Mark und ich werden uns immer daran erinnern, wie der Steuerbeamte kam, nachdem Mama wiederholte Verwarnungen erhalten hatte, weil sie über mehrere Jahre hinweg ihre Einkommenssteuer nicht eingereicht hatte. Nie werde ich den Ausdruck auf seinem Gesicht vergessen, als er die Bücher sehen wollte und Mama Schuhkartons und Tüten voller Registrierkassen-Bänder heranbrachte – nichts davon in irgendeiner Weise geordnet. Ich möchte klarstellen, dass Mama keine Steuerhinterziehung im Sinne hatte, sie war einfach nicht dazu gekommen.

Das war ein allgemeines Thema in ihrem Leben. Wenn sie etwas nicht tun wollte, dann verschleppte sie es und kam einfach nicht dazu. Mama kam nicht dazu, das Haus sauberzumachen (das stand definitiv am Ende ihrer Prioritätenliste), aber sie hatte immer Zeit für Leute, die mal kurz zum Plaudern vorbeikamen, oder dafür, sich mit einem einsamen Menschen am Telefon zu unterhalten, oder dafür, alten Menschen Essen auf Rädern vorbeizubringen, sogar noch, als sie selbst schon in ihren 80ern war.

Und oft kam Mama nicht dazu, sich eine Dauerwelle machen zu lassen oder neue Kleidung zu kaufen, aber sie hatte Zeit, als Freiwillige Nachtschichten für das Krisenzentrum zu machen, und sie hatte Zeit, vielen Menschen zu helfen, in Frieden und Würde zu sterben.

Sie kam nicht dazu, in den Ruhestand zu gehen, weil das Leben es nicht zuließ, dass sie sich zur Ruhe setzte. Sie arbeitete bis weit in ihre 70er hinein in einem Farben- und Tapetengeschäft; und sie kam mit auf sieben Reisen zu heiligen Stätten der Erde, wo sie das tat, was sie am besten konnte: Sie zeigte ihr Interesse an anderen und sorgte dafür, dass diese sich willkommen fühlten. Viele Male kam es vor, dass Leute sagten, sie hätten gerne mit ihrer Mutter eine solche Beziehung gehabt, wie es meinem Bruder und mir vergönnt war. Ich bin mir sicher, dass viele Menschen durch das Beispiel meiner Mutter die Beziehungen zu ihren Eltern verbesserten.

Obwohl ich Mama jahrelang dazu drängte, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben, damit wir uns an unsere Familiengeschichte erinnern könnten – nun, sie kam einfach nie dazu. Sie war zu sehr damit beschäftigt, jeden Tag ihr Leben zu leben. In unserem letzten Gespräch kurz vor ihrem friedlichen Ableben erwähnte sie ihre Arbeit im Seniorenzentrum, wo sie jeden, der in der Früh dort eintraf, begrüßte und ihm sein Namensschild überreichte. Sie sagte: „Die Menschen mögen es, wenn man sich an ihre Namen erinnert.“ Selbst in ihrem 89sten Jahr diente sie noch immer. So wollen wir uns einen Augenblick Zeit nehmen, um Margaret Helliwell zu feiern, ein wunderbares menschliches Wesen; sie hat das Leben von allen bereichert hat, die sie gekannt haben, und sie wusste, wie man zu den wichtigen Dingen im Leben kommt.

Ich möchte euch gerne mit einem Gedicht verlassen; Mama wollte, dass wir uns mit diesem Gedicht an sie erinnern sollten. Es tut mir leid, dass ich den Namen des Verfassers nicht weiß. Vielleicht werden euch diese Worte ein Trost sein, wenn auch ihr einen geliebten Menschen verloren habt.

Steh nicht an meinem Grab und weine;

Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht.

Ich bin die tausend Winde, die wehen.

Ich bin das diamantene Glitzern auf Schnee.


Ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn,

Ich bin der sanfte Regen im Herbst,
Wenn du in der Stille des Morgens erwachst
.

Ich bin das flink sich emporschwingende Brausen
Von schweigenden Vögeln in kreisendem Flug.

Ich bin die leisen Sterne, welche scheinen des Nachts.
Steh nicht an meinem Grab und weine;

Ich bin nicht dort, ich bin nicht tot.

–Mary Elizabeth Frye (1905 – 2004)

Tanis Helliwell, eine Mystikerin in der modernen Welt, bringt seit über 30 Jahren spirituelles Bewusstsein in die Mainstream-Gesellschaft. Seit ihrer Kindheit sieht und hört sie auf anderen Ebenen Elementarwesen, Engel und Meisterlehrer. Tanis ist die Gründerin des International Institute for Transformation (IIT), welches Programme anbietet, um Menschen dabei zu unterstützen, bewusste Schöpfer zu werden, die mit den spirituellen Gesetzmäßigkeiten arbeiten, durch welche unsere Welt regiert wird.

Tanis ist die Autorin von Elfensommer, Elfenreise, Nicht ganz von dieser Welt, Die Hohen Wesen von Hawaii Umarmt von der Liebe, Mit der Seele arbeiten, Erkenne deine Bestimmung und Die Hohen Wesen von Hawaii.

Informationen zu unseren Kursen und Meditationsretreats: www. iitransform.com