Unsere weisen Ältesten feiern

Unsere weisen Ältesten in ihren reifen Jahren feiern

von Tanis Helliwell

In diesem letzten Monat des Jahres denke ich oft über die vielen weisen Alten nach, die in meinem Leben und auch in der Welt einen Unterschied gemacht haben. Vor nicht allzu langer Zeit galten Menschen um die 60 als Ruheständler, von denen man sich keinen weiteren Beitrag erhoffen durfte. Heute, hingegen ist es gar nicht so selten Männer und Frauen zu finden, die in ihren späten 70er, 80er oder sogar 90er Jahren am Zenit ihres Schaffens angelangt sind und der Welt ihr Wissen schenken.

David Suzuki – in seinen 70-ern

Tanis with David Suzuki.

Tanis with David Suzuki.

Während ich das hier schreibe, beendet der 78-jährige David Suzuki gerade seine Vorlesungstour in 32 Städten durch ganz Kanada, auf der er, begleitet von Neil Young, Margaret Atwood, Raffi und anderen, versucht, Umweltschutzgesetze in der kanadischen Konstitution zu verankern. Ich hatte die Ehre, 3 Jahre lang mit David und seiner Frau Tara Cullis zusammenzuarbeiten, als sie dabei waren, die David Suzuki Stiftung ins Leben zu rufen. Als ihre Organisationsberaterin unterstützte ich sie, ihre Mitarbeiter und ihren Vorstand dabei, ihre Mission zu überprüfen und sie und die Projekte, an denen sie arbeiteten, in Einklang zu bringen. Kürzlich, als ich David und Tara besuchte, sagte mir David in Bezug auf meine damalige Arbeit mit ihnen: „Du solltest stolz sein auf das, was wir mit Deiner Hilfe erreicht haben.“

An meinen schlechten Tagen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht genug für diese Welt tue oder meine Energie nachlässt, erfüllt es mich mit Hoffnung, wenn ich an seine Worte denke. In einem Alter, in dem viele nicht mehr am Leben sind, ist David Suzuki eine Naturgewalt, der eine Umweltbewegung führt, nicht nur in Kanada, sondern international.

Tanis with her frend, Jean Houston.

Tanis with her frend, Jean Houston.

Jean Houston - in ihren 70-ern

Eine weitere 78-jährige, die einen unglaublichen Einfluss auf mein Leben hatte, ist Jean Houston. Vor über zwanzig Jahren, als ich an einem Stillstand in meinem Leben angelangt war, völlig unfähig die nächsten Schritte zu erkennen, wohin es gehen sollte oder was zu tun ist, hab ich mich auf den Weg gemacht, um anderthalb Jahre bei Jean zu studieren. Sie ist als Lehrer der Lehrer bekannt und diesen Titel trägt sie zu recht. Sie berät Menschen wie Hilary Clinton oder die Präsidenten von Ecuador und hat 26 Bücher veröffentlicht (ihr neuestes heißt The Wizard of Us) und lehrt und reist, um die neuesten Erkenntnisse in neuem Denken der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Sowohl David Suzuki als auch Jean Houston schlafen durchschnittlich nur 5 Stunden pro Nacht und beide scheinen keine Auszeit zu brauchen, um wieder aufzutanken – ihre Arbeit lädt sie wieder auf. Letztes Jahr, als ich Jean in Ashland in Oregon besuchte, gab sie mir den Rat mehr Telekonferenzen und Teleseminare abzuhalten und mehr Studenten für ein vertiefendes Studium anzunehmen. Jean denkt immer GROSS und der Wille von ihr und David ist unbezwingbar. Sie sind phantastische Vorbilder für mich und für uns alle, da sie sich weigern aufzuhören und „Ja“ sagen zu den Herausforderungen des Lebens und nach Wegen suchen, wie sie einen Beitrag leisten können.

Anne Baring, Barbara Marx Hubbard und Paul Horn - in ihren 80-ern

Jean hat mir sehr ans Herz gelegt, dass ich ein kürzlich veröffentlichtes Buch von einer britischen Psychoanalytikerin, Anne Baring, lese: Dream of the Cosmos. Ich nehme jede Empfehlung von Jean Ernst und habe mir das Buch sofort bestellt. Anne Baring hat im Alter von 82 die umfassendste und tiefsinnigste Geschichte unserer westlichen Kultur geschrieben die ich je gelesen habe. Weisheit leuchtet aus jeder Seite und für mich besonders wichtig ist ihre Untersuchung von dem, was C.G.Jung als unseren kollektiven Schatten bezeichnet und der Schaden, den er in unserer Welt anrichtet. Als ich Anne zu Hause bei ihr in England einige der Schwierigkeiten, denen ich mich in meinem Leben gegenübersehe, schilderte lachte sie und sagte in meinem zarten Alter (erst in den Sechzigern) hätte ich noch viele Jahre um für die und in der Welt zu arbeiten.

Dann gibt es die Futuristin Barbara Marx Hubbard, die als Mit-80erin nach vielen Jahren, wo sie nur wenigen bekannt war, endlich die Anerkennung auf dem Shift Network erhält für ihre Arbeit darüber wohin sich die Menschheit entwickelt. Barbara fordert uns auf nach vorne zu blicken um Mitschöpfer der Erde zu werden und nicht rückwärts zu schauen, wie es viele Menschen in ihrem Alter versucht sind zu tun.

Ich möchte auch meinen Freund, den Flötisten Paul Horn erwähnen, der als Mit-80er vor kurzem verstorben ist. Nicht nur schreibt man ihm zu, der Vater der New Age Musik zu sein, sondern er hat auch transzendentale Meditation nach Nord Amerika gebracht und war der erste TM Lehrer hier. Paul war ein sehr weiser Mann, der einfach nur schweigend dasitzen und anderen, die ihre Geschichten zum Besten gaben, zuhören konnte und dabei keinerlei Verlangen hatte, seine eigenen Verdienste herauszustellen. Diese wundervollen Menschen fahren damit fort uns zu unterweisen sowohl durch ihre Taten als auch durch ihr Sein… was mich zu den Menschen in ihren 90ern bringt.

Franklin Merrell Wolff und andere – in ihren 90-ern

Vor vielen Jahren nahm mich der Schriftsteller und Lehrer Richard Moss mit, um einen erleuchteten Mann, Franklin Merrell Wolff, zu treffen, der in seinen 90ern in ziemlicher Zurückgezogenheit lebte. Ich habe das große Glück, in meinem Leben viele mächtige Menschen kennengelernt zu haben aber bis zum heutigen Tage habe ich nie wieder jemanden getroffen, dessen Aura mich alleine schon in einen veränderten Bewusstseinszustand katapultiert hat, wie ich es bei Dr. Wolff erlebte. Nur wenige kennen ihn und ich empfehle sein Buch Pathways into Space, das er schrieb, um seine Reise zur Erleuchtung zu dokumentieren UNGLAUBLICHERWEISE während es geschah.

Als ich die Gelegenheit hatte mit Dr. Wolff über alles zu sprechen, worüber ich wollte, war ich fast katatonisch und mir fiel nichts anderes ein als über Wölfe zu sprechen, so unwahrscheinlich es klingt. Er behandelte mich nicht wie jemanden, der seine Zeit stiehlt, sondern sprach bereitwillig mit mir über Wölfe und, da es offensichtlich war, dass ich in meinem Zustand nicht Auto fahren konnte, lud er mich kurzerhand zum Essen ein. Von ihm lernte ich, andere mit Würde zu behandeln unabhängig davon, wo sie in ihrer eigenen Entwicklung stehen oder wie absurd ihre Fragen oder Handlungen auch scheinen mögen.

Vor ein paar Wochen erhielt ich eine Email von einem Mann (der anonym zu wünschen bleibt), der mich bat, seinen Spiritual Transformation Blogg anzuschauen und es anderen zu empfehlen. Da spirituelle Transformation das Hauptaugenmerk all meiner Arbeit ist, tat ich es gerne und schrieb um ihm zu danken nur um herauszufinden, dass er 94 und bei schlechter Gesundheit ist. Sein Blogg enthält Artikel mit dem Destillat seiner Erkenntnisse über das Geistige, die er im lebenslangen Studium darüber erworben hat. Ich ermutige Euch, seine Artikel zu lesen und sie mit anderen zu teilen: http://coronalongreach.wordpress.com. Sein Leben ist ein gutes Beispiel für uns, dass es weise, spirituelle Menschen gibt, die unter uns leben und ein scheinbar ganz normales Leben führen. Sie sind entschlossene Wahrheitssucher und Wegweiser auf unserem Weg.