Innerer Friede

white lotus flowervon Tanis Helliwell

Friede als Resultat von guten Werken und einem edlen Charakter

Es gibt zwei Arten von Frieden. Die erste Art ist der Friede, der durch gute Werke und ein Leben in Harmonie mit der Erde und unseren Mitgeschöpfen erreicht wird. Vor kurzem waren Freunde vom Lande vier Tage lang bei mir zu Besuch, und sie haben dieses Geschenk des Friedens mitgebracht. Seit fast dreißig Jahren leben sie in einem alten baufälligen Bauernhaus in Ontario, wo sie für sich selbst und für andere organisches Gemüse und Früchte anbauen. Aus finanzieller Sicht leben sie unterhalb der Armutsgrenze, jedoch in jeder anderen Hinsicht leben sie weit darüber, denn sie sind reich an emotionaler und spiritueller Gesundheit. Vieles von dem, was sie gelernt haben, könnte uns allen dabei helfen, in unserem Leben den inneren Frieden wieder herzustellen.

Die erste Lektion, die sie anbieten: Baut nur so viel an, wie ihr ernten könnt. Dadurch gibt es keinen Abfall und keinen Stress, welche einhergehen mit dem „Zuviel“, mit dem sich so viele von uns konfrontiert sehen. Meine Freunde sind nicht gierig danach, mehr zu haben. Stattdessen arbeiten sie beständig an der Menge, die sie brauchen, um noch mit Freude arbeiten zu können. Weil sie im gegenwärtigen Moment leben, scheint sich die Zeit um sie herum auszudehnen. Es gibt keine Hetze, keine Eile. Was nicht erledigt wird, wird nicht erledigt. Da sie in Harmonie mit den Jahreszeiten leben, ruhen sie während des Winters, lesen Bücher und füttern ihren Holzofen.

Ein idyllisches Leben, mögt ihr sagen, aber wie ist das anwendbar auf diejenigen von uns, die einen regulären Arbeitstag von neun bis fünf Uhr abends haben, mit Kindern, die versorgt und mit Hypotheken, die abbezahlt werden müssen? Für viele von uns, die wir gefangen sind in einem nie enden wollenden Kreislauf von Arbeit und immer mehr Arbeit, ist es schwer zu glauben, dass wir selbst diese Arbeit ausgesucht haben und dass wir jeden Tag von neuem die Wahl treffen, auf dieselbe Art und Weise weiterzumachen. Ah, sagt ihr, empfiehlt sie, dass ich das alles aufgebe und das mache, was ich wirklich tun möchte? Dieser Gedanke wird bei einigen von euch die unmittelbare Angst vor Veränderung hervorrufen und bei anderen einen sofortigen Ärger, welcher, wenn ihr ihn näher untersucht, tatsächlich dasselbe wie Angst ist. Geradeso wie Tiere im Käfig, die, wenn ihnen ihre Freiheit gegeben wird, in der Wildnis nicht bestehen können, ziehen auch wir es oft vor, in unseren Gedanken und unseren alten überholten Mustern gefangen zu bleiben, statt wahre Freiheit zu riskieren.

Was ist wahre Freiheit?

Letztendlich finden wir wahre Freiheit und Frieden weder durch Arbeiten noch durch Nicht-Arbeiten. Weder liegen sie in irgendeiner spezifischen Handlung oder in guten Werken, noch darin, mitfühlend mit anderen zu sein oder einen edlen Charakter zu entwickeln. All dies mag ein Anfang in die richtige Richtung hin zur Freiheit sein, aber es ist nicht das letztendliche Ziel. Entlang des Pfades, während wir unsere Persönlichkeit verfeinern, entdecken wir, dass wir alle kulturellen Normen, die uns definieren, loslassen müssen, die Rollen, an denen wir hängen, die Bequemlichkeiten, nach denen wir greifen – und welche wir oft erst durch viel Schmerz und Anstrengung erreicht haben. Und haben wir dann schließlich Freiheit und inneren Frieden? – Nein. Was wir haben, ist eine verfeinerte und edle Persönlichkeit, die zu viel Gutem in der Welt fähig ist. Das, so mögen viele argumentieren, ist ein erstrebenswertes Ziel in sich selbst, und tatsächlich neige auch ich zu dieser Meinung.

Wenn wir eine verfeinerte Persönlichkeit erreicht haben, sind wir reif und bereit für unseren nächsten Schritt, der darin besteht, alles aufzugeben, was wir sowohl in äußeren „Dingen“ wie Geld, Häuser, Jobs, Beziehungen erreicht haben als auch in erworbenen inneren Qualitäten wie nett, geduldig, liebevoll oder spirituell zu sein. Oh mein Gott, all diese Arbeit umsonst, denkt ihr vielleicht. Tatsächlich war es nicht umsonst. Erstens habt ihr mehr inneren Frieden als zu Beginn eurer Reise. Zweitens kommt es kaum vor, dass ihr euch in einer Position der spirituellen Reife befinden würdet, ohne zuerst eure vorbereitende Arbeit erledigt zu haben, nämlich euer Unkraut auszugraben und euch selbst „Dünger“ zuzuführen durch positive Gedanken und Handlungen.

Der nächste Schritt ist kein Schritt

 Was könnt ihr also als nächstes „tun“? Es gibt nichts, was ihr tun könnt, das euch anhaltenden Frieden bringen wird, den „Frieden, der über alles Verstehen hinausgeht“, von dem Jesus spricht. Es gibt kein Rezept, keine Garantie, und wie Jesus sagt, könnt ihr dies nicht auf intellektuelle Weise herausfinden. Also gibt es sozusagen ein lockeres Herangehen, für das wir uns entscheiden können, was sich unterstützend auf dieses letztendlich organische und unvermeidliche Resultat auswirkt. Beobachtet einfach eure Gedanken, Gefühle und Handlungen und erkennt, dass sie nicht das eigentliche Ihr seid. Schafft euch einen Raum und werdet langsamer, um euer wahres Wesen zu sehen und zu hören. Hängt euch nicht an das, was ihr seht oder über euch selbst und über andere hört. Dies ist ein Prozess des Vereinfachens und sowohl eine innere als auch äußere Reise und auch eine Reise der inneren Einkehr, selbst wenn wir noch mit den Aktivitäten der äußeren Welt beschäftigt sind. Es gibt kein Richtig oder Falsch auf dieser Reise hin zu dem „was ist“ und unsere einzigen Werte auf diesem Weg sind Tadellosigkeit und sowohl innere als auch äußere Ehrlichkeit.

Jeden Tag beim Aufstehen können wir unser Augenmerk darauf richten, was uns an diesem Tag am stärksten „ruft“ und unser inneres Leben mit den Bedürfnissen der äußeren Welt ins Gleichgewicht bringen. Während wir mit diesem Prozess beschäftigt sind, kommt eine Zeit, wenn der Frieden der guten Werke und des edlen Charakters sich auflöst im grenzenlosen Ozean des Friedens, welcher nicht länger verdient wird und an Bedingungen geknüpft ist. Das ist wahrer Frieden. In der Zwischenzeit wollen wir unsere Arbeit und unser Leben in der Welt sowohl dem inneren als auch dem äußeren Frieden widmen.

 Tanis Helliwell, eine Mystikerin in der modernen Welt, bringt seit über 30 Jahren spirituelles Bewusstsein in die Mainstream-Gesellschaft. Seit ihrer Kindheit sieht und hört sie auf anderen Ebenen Elementarwesen, Engel und Meisterlehrer. Tanis ist die Gründerin des International Institute for Transformation (IIT), welches Programme anbietet, um Menschen dabei zu unterstützen, bewusste Schöpfer zu werden, die mit den spirituellen Gesetzmäßigkeiten arbeiten, durch welche unsere Welt regiert wird.

Tanis ist die Autorin von Elfensommer, Elfenreise, Nicht ganz von dieser Welt, Die Hohen Wesen von Hawaii Umarmt von der Liebe, Mit der Seele arbeiten, Erkenne deine Bestimmung und Die Hohen Wesen von Hawaii.

Informationen zu unseren Kursen und Meditationsretreats: www. iitransform.com